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Corona...

...eine Herausforderung für die Personalpolitik
7.4.2020
5 Minuten
Ralf Albers
Business Coach
Die aktuelle Covid 19 Krise stellt Unternehmen vor eine noch nie dagewesene Herausforderung.

Nach 10 Jahren annähender Vollbeschäftigung, nach einer Blütezeit für „Talentmanagement“ und „Employer Branding“, für agiles Projektmanagement und „new work“ ist ein Gespenst zurück in der Personalarbeit: der großflächige Personallabbau.

2009 war es eine brillante Strategie, die am Ende eher kurzfristigen Verwerfungen der Finanzkrise durch Kurzarbeit zu lösen. Das hat gerade deutschen Unternehmen enorm geholfen, schnell wieder arbeits- und lieferfähig zu sein.

Wir gehen nicht davon aus, dass die schlimmsten Szenarien für einen wirtschaftliches Zusammenbruch Wirklichkeit werden. Viel mehr, dass Deutschland in den nächsten Monaten eine schwere Rezession erlebt und sich ab 2021 relativ schnell erholt. Wer diese Zeit mit dem Instrument von Kurzarbeit durchstehen kann, sollte das unbedingt tun.

Für viele Unternehmen wird das aber nicht reichen, es wird Personal abgebaut werden müssen.

Wenn das vom Sachverständigenrat entworfene Szenario einer raschen Erholung  2021 Wirklichkeit wird, haben diese Unternehmen einen wichtigen strategischen Nachteil: Sie müssen dann schnell neues Personal finden auf einem sich rasch leerenden Arbeitsmarkt. Sie müssen neue MitarbeiterInnen einstellen, anlernen, einarbeiten, mit der Kultur und den Arbeitsweisen vertraut machen. All das kostet Zeit und Geld. Wer dann sein Image nach Innen und Außen durch schlechtes Management des Personalabbaus beschädigt hat, wird schlechte Karten haben.

Die Krise ist auch eine Chance

Lebenskrisen führen bei Menschen häufig dazu, dass sich „etwas Neues zum bisher Bewährten“ gesellt und dadurch eine neue Qualität des „in der Welt seins“ entsteht. Können Krisen in Organisationen auch zu neuen Qualitäten der Organisation selbst führen? Es kommt wohl – genauso wie bei individualpsychologischen Krisen auch – nicht nur darauf an, was passiert, sondern wie es passiert.

Bisher wurde Personalabbau meist als Sondersituation begriffen, die hoffentlich irgendwann vorbei ist, damit wieder richtige Personalarbeit, richtige Führung und richtige Beratung stattfinden kann. Und Personalabbau war, selbst in der Rezession meist ein Ausdruck unternehmerischer Schwäche: Irgendwas hat man wohl falsch gemacht.

Doch das ist diesmal anders. Corona ist ein Stresstest für Unternehmen, sowie gleichzeitig ein enormer Beschleuniger für Fortschritte in der Organisation. Das aktuelle Meme im Netz, dass Covid 19 besser als jeder CTO die Digitalisierung vorantreibt, illustriert die Chancen, die in der Krise liegen.

Es ist die Stunde guter, verantwortungsbewusster Personalarbeit. Jetzt haben Unternehmen die Gelegenheit, zu zeigen, wozu sie auch personalpolitisch in der Lage sind. Wie man gerade in Echtzeit Homeoffice-Regelungen gestaltet, so kann man auch in Echtzeit neue Formen der Trennung von Mitarbeitern gestalten.

Kosten sparen, Vertrauen erhalten

Grundsätzlich gilt: Je ungünstiger sich die Kostensituation für ein Unternehmen darstellt, desto mehr muss jetzt auf betriebswirtschaftlicher Ebene passieren: Prozesse analysieren und verschlanken, „Personalkostenpotenziale“ heben, Köpfe zählen in VZKs oder FTEs, die bilanziellen Auswirkungen von Abfindungen kalkulieren. Eine klare, betriebswirtschaftlich rationale Sprache sowie harte und klare Maßnahmen haben Konjunktur. Gehört wird intern auf diejenigen, die diese Sprache sprechen und diese Sichtweise glaubhaft verkörpern. Dies sind in der Regel die betriebswirtschaftlichen Funktionsträger im Management (Controlling, Unternehmensplanung, Personalplanung usw.) und betriebswirtschaftlich orientierte Berater. Dagegen sollen hier keine Einwände erbracht werden, im Gegenteil. Ohne deren Expertise und ohne einen klaren, oft auch kühlen Blick auf das Notwendige, gelingt der Turnaround nicht und die Krise im Unternehmen wird zur Dauer- oder Existenzkrise.

Problematisch wird die Situation allerdings, wenn andere Sichtweisen keinen Raum mehr finden. Denn billiger ist das Ausblenden der emotionalen und kulturellen Kosten nicht. Sobald man die Kosten fehlender Motivation, von Imageverlusten, Konflikten und Know-how-Verlusten in den „Business Case“ mit einrechnet, ist klar, dass auch im Personalabbau „beidhändig“ vorgegangen werden muss. Kosten sparen, ohne Vertrauen zu verspielen ist das Gebot der Stunde.

Für Unternehmen, deren Erfolg am Markt unmittelbar vom Image abhängt, werden sich manche Aktionen bzw. die dazu passenden Medienberichte noch als sehr, sehr teuer erweisen. Ein Shitstorm in den sozialen Medien kann einem bereits angeschlagenen Unternehmen möglicherweise weiteren, erheblichen Schaden zufügen.

Daher ist es unbedingt notwendig, all den Stimmen, die auf die Folgekosten hinweisen, genug Resonanzboden zu geben. Das sind Stimmen von PersonalentwicklerInnen oder systemischen BeraterInnen, von SoziologInnen und PsychologInnen. Das sind auch die inneren Stimmen all der verantwortlichen ManagerInnen, die den Kontakt zu den emotionalen und sozialen Dimensionen Ihrer Arbeit nicht verlieren dürfen.

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